88 BLOCKS

Fakten

Entwurf und Bau von 88 Sitzmöbeln und Grillplätze
Zeitraum
05.07.2008 - 20.07.2008

Kunde
Kultflux Vilnius

Ort
Vilnius, Ufer der Neris
(auf Karte zeigen)

urbikon Verantwortliche
Kai Dolata, Lola Meyer, Sebastian Stiess,

Kollaboration
Lukas Kasten (D), Scott (USA), Esmee (NL), Teodorus (LT), Vytautas (LT)

Was nützt ein Fluss, den keiner nutzt?

Die NGO KultFlux aus Litauen hat Urbikon eingeladen an dem „Design workshop for the river Neris in Vilnius” teilzunehmen. Fünf Künstler/-gruppen wurden gebeten, zusammen mit internationalen Studententeams während eines zweiwöchigen Workshops Anfang Juli 2008 Ideen zum Fluss Neris und seinen Ufern zu entwickeln und vor Ort umzusetzen.

Bislang wird der Fluss, obwohl er unmittelbar durch das Zentrum der Stadt fließt, nur spärlich genutzt: Außer ein paar Fischern und hier und da einem Spaziergänger, gibt es kaum Aktivitäten. Das Anliegen von KultFlux ist es, dies zu ändern. Durch das Initial, den internationalen Workshop, und ein Programm bis Oktober 2008 und wieder im Jahr 2009 (während des Jahres ist Vilnius Europäische Kulturhauptstadt) soll der Fluss und seine Umgebung in das öffentliche Bewusstsein gerückt werden.

Der Workshop hatte zum Ziel, durch unmittelbare physikalische Eingriffe den Fluss erfahrbar und nutzbar zu machen.

Unser Beitrag: Einfaches Prinzip, flexibel nutzbares Ergebnis

Die vorgefundenen Betonsteine zum Abfangen der Böschung haben wir als statisches Fundament genutzt. Dem Lego-Prinzip ähnlich wurden die in vier verschiedenen Höhen produzierten Blöcke in das vorhandene Raster gesteckt. Insgesamt wurden 94 dieser Blöcke hergestellt und plaziert.

Durch die Anordnung der Blöcke kann verschiedenen sozialen Interaktionen Fürsorge getragen werden: ein einzeln stehender Block läd dazu ein, allein zu sitzen und seinen Gedanken nachzugehen oder einfach dem Fluss zuzuschauen. Nebeneinander platzierte Blöcke eignen sich für getraute Zweisamkeit; und auch größere Gruppen können sich ihren sozialen Konstellationen entsprechend plazieren.

Durch die Variation der Höhen können Blöcke je nach Konstellation als Sitzflächen, als Fußstützen, als Tische oder Armlehnen benutzt werden.

Sitzt man weiter unten, ist die Teilnahme am Geschehen am Fluß oder der Promenade großer, ein weiter oben gelegener Platz gibt Abstand und versetzt in die Position des Beobachtenden. Dieses Phänomen hat es ermöglicht, das bei der Eröffnung des KultFlux Pavillons auch Bewohner kamen, die normalerweise nicht an solchen kulturellen Veranstaltungen teilnehmen.

In Zukunft

Wir sehen die Formation der Blöcke als lebendigen Organismus der beliebig den Fluss entlang wachsen kann – verschiedenste Stellen am Flussufer können so markiert und als sozialer Ort nutzbar gemacht werden. Ziel ist es, den Bewohnern der Stadt zu ermöglichen, günstig ihre eigenen Blöcke zu bestellen – nach Wunsch mit dem eigenen Namen eingegossen. Auf diese Art würde sich der Organismus quasi selbständig erweitern und jeder einzelne Bürger würde einen Beitrag zum öffentlichen Raum seiner Stadt und zur Nutzung des Flusses leisten.

Weitere Bilder bei flickr

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