DER FLEXIBLE PARK "DEN PARK IN DIE STADT HOLEN"

Fakten

Konzept und räumliche Strategie
Zeitraum
01.06.2004 - 30.06.2004

Kunde
Stadt Gera

Ort
Bundesgartenschau Gera
(auf Karte anzeigen)

urbikon Verantwortliche
Michael Grzesiak, Sebastian Stiess,

Der im Sommer 2004 ausgelobte Wettbewerb fragte nach künstlerischen Vorschlägen, das BUGA Gelände, das sich in einiger Entfernung zum Stadtzentrum Geras befindet, mit der Stadt zu verknüpfen. Aus allen eingereichten Arbeiten wurde unser Beitrag in den Kreis der engeren Wahl aufgenommen. Im Folgenden zeigen wir einen Auszug unseres Wettbewerbsbeitrages.

Situation und Ziel
Gera befindet sich in einer länger andauernden Transformationsphase städtischer Erneuerung. Dies bedeutet für die Benutzung und das Erlebnis der Stadt eine zeitliche Abfolge von urbanen Zwischenzuständen: Neubauten wachsen neben Brachen, Baustellen an gerade fertig gestellten Straßen, Umleitungen führen vorbei an sanierten Altbauten. Das alles macht Stadt aus und kann erlebt werden.

Unser Ziel ist es, mit dieser urbanen Situation zu arbeiten und den Entstehungsprozess des Hofwiesenparks zu begleiten und auf seine Entstehung und seine zukünftigen Nutzungen und Qualitäten in der Innenstadt und somit in der Bewohnerschaft aufmerksam zu machen.

Dazu schlägt »urbikon« das Konzept des »Flexiblen Parks« vor.

Idee
Unsere Idee versucht mittels mobiler Einheiten mit den urbanen Zwischenzuständen zu arbeiten. Diese verweisen auf den Park und seine Nutzung. Sie werden als Satelliten mit dem Bespielungskonzepts des Parks verbunden. In den Einheiten und Ihrer Funktion zeigt sich der Wille zur städtischen Transformation. Er ist Teil der Identität Geras und zeugt von Entwicklung und Veränderung.

Als Ergänzung zum Hofwiesenpark soll ein »Flexibler Park« aus mobilen Einheiten entstehen. Diese mobilen Einheiten beinhalten und verweisen auf die verschiedenen zukünftigen Funktionen die der Hofwiesenpark den Bewohnern Geras bieten wird.

Der »Flexible Park« greift dabei Themen auf wie: Erholung/ Bewegung/ Grün/ Wasser/ Sport/ Spiel/ Freizeit/ Aktivität/ Eigeninitiative.

Sie können gemeinsam, aber auch einzeln oder in Gruppen an verschiedenen Stellen und Zeiten in der Stadt und entlang der Verbindungsachsen zwischen Park und Zentrum aufgestellt und erlebt werden.

Elemente
Wir haben in der ersten Stufe eine Reihe von Vorschlägen an mobilen Einheiten gemacht. Daraus haben wir die fünf uns am wichtigsten scheinenden Elemente ausgesucht. Sie bilden eine ausreichende Basisausstattung und können bei Bedarf und Budget ergänzt werden. Diese möchten wir im folgenden prototypisch in Funktion und Gestaltung vorstellen:

  • Sport-Wagen
    Erholung/ Sport/ Grün/ Bewegung/ Wasser/ Freizeit-Beschäftigung
  • Kinder-Wagen
    mobiler Spielplatz mit Sandkasten und Rutsche
    Bewegen/ Spielen/ Gestalte
  • Liege-Wagen
    Sitzen/ Ruhen/ Den-Blick-schweifen-lassen
  • Spritzen-Wagen
    Wasser/ Geschicklichkeit/ Natur
  • Bürgergärten/ Sitzlandschaft
    sitzen/ schauen/ pflanzen

Erscheinung
Gestaltung Die mobilen Einheiten erhalten ein gemeinsames Erscheinungsbild mit Logo und Farbklima. Sie werden von wiedererkennbaren Gestaltungselementen wie mobilen Lichtelementen oder farbigen Bannern begleitet und verweisen in ihrer Funktion und Gestaltung auf den Park.
Identität Die Idee greift das Prinzip der Orangerie auf. Planzen haben einen Ort aber werden bei Bedarf an einen anderen gebracht. Dafür wird Technik gebraucht. Das Prinzip verbindet Natur und Technik und läßt sich in Gera weiter entwickeln. Der »Flexible Park« verbindet so traditionelle mit zeitgenössischen Themen, verbindet Orangerie mit Maschinenbau in einem städtischen Kontext.
Identifikation Die Einheiten sollen in Ihrer Funktion einen Querschnitt der Einwohner ansprechen. Lokale Firmen sollen für ein Sponsoring in Form einer Patenschaft für einzelne Einheiten gewonnen werden. So entsteht eine Identifikation von Einwohnern und Akteuren mit dem »Flexiblen Park«
Zeitrahmen Bis der Park fertig gestellt und sich bei den Bewohner etabliert hat, stehen die Einheiten im Stadtraum. Sie können auf Brachflächen genauso wie auf neu angelegten Plätzen stehen. Langfristig werden sie im Hofwiesenpark verortet und können dort wiedergefunden und aufgesucht werden.
Kommunikation Standorte und Veranstaltungen im »Flexiblen Park« können auf einer Internetseite und in der Stadtwerbung jederzeit abgerufen werden.

Fazit: Weiter denken

Das Projekt des »Flexiblen Parks« besteht aus verschiedenen Modulen. Die Basisausstattung kann bei Erfolg bzw. in einer Park-Choreographie nach und nach ergänzt und erweitert werden. Das Konzept integriert die Bürger, arbeitet mit verschiedenen lokalen und regionalen Medien, wie Zeitung und Internet und verbindet so Aktionen mit Gestaltung und Funktion.

Es bleiben nach Beendigung funktionale Elemente, die im Hofwiesenpark verortet werden oder Einrichtungen wie z.B. Kindergärten oder der Stadt zu Gute kommen können. Vorschläge für weitere Einheiten sind:

  • Kiosk
  • ein kleiner Pavillion für Ausstellungen, Feste und Konzerte
  • Beachvolleyball-Court
  • Mediale Informationssäulen
  • eine Bar für Jugendliche
  • eine transportable Parkbühne und Kinoleinwand
  • ein mobiler Fahrradverleih
  • eine mobile Sauna
 

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