FH KAISERSLAUTERN

Fakten

städtebauliches Konzept und landschaftsarchitektonischer Entwurf
Zeitraum
03.09.2006 - 19.09.2006

Ort
FH Kaiserslautern, Standort Kammgarn
(auf Karte anzeigen)

urbikon Verantwortliche
Lola Meyer,

Kollaboration
bbz Landschaftsarchitekten, Berlin,
LHVH Architekten, Köln

Städtebauliches Konzept

Als identitätsstiftendes Merkmal wird ein Teppich aus Buntsandstein über das gesamte Gebiet gelegt. Seinem Einsatz entsprechend wird der Buntsandstein in unterschiedlichen Zuständen verwendet. Alte und neue Gebäude, Parks, Plätze, Landschaft werden wie Inseln aus dem Teppich geschnitten. Das verbindende Element ist der Teppich.

Die bestehenden Gebäude südlich der Schön- und der Forellenstraße werden abgebrochen und durch zwei Gebäude und ein »Parkregal« ersetzt.

Die neuen langgestreckten Baukörper formulieren durch ihre prägnante klare Froßform die herausgehobene Bedeutung der Fachhochschule für das Kammgarngelände. Fast wie ein langer ruhiger Fluss winden sie sich durch das Tal.

Das Ablösen der Baukörper von der Felswand macht sowohl die Felswand als auch den Geländevorsprung deutlich erlebbarer. Zudem können trotz des Schattenwurfs der Felswand solare Wärmegewinne positiv zur Energiebilanz beitragen. Die Felsenkeller werden von allen Einhausungen befreit und nehmen Bezug auf den Grünraum zwischen Neubau und Felswand.

Neubauteil 1 schiebt sich entlang der Schönstraße Richtung Osten bis zur äußersten Kante des Fachhochschulaltbaus vor, bleibt aber deutlich hinter der Baulinie zurück, auf Distanz zum Bestand außerhalb des Kammgarngeländes. Alt und Neu umgreifen somit einen der Stadt zugewandten, klar formulierten Vorplatz, der die Besucher des Kammgarngeländes emfängt.

Die Schönstraße wird ab dem Vorplatz als Allee geführt, bis zu dem hinteren Platz, der zwischen Kulturzentrum, Gastronomie und Neubauteil 2 der FH vermittelt. Als Rückgrat dient sie zum Flanieren, Erschließen und Versorgen aller Anrainer.

Neubauteil 2 läuft entlang der Schönstraße, um dann in die Forellenstaße der Baulinie folgend abzubiegen. Als starker Rücken fängt er die im Norden »schwimmenden« Bestandsgebäude auf.

Der Raum zwischen den vis á vis stehenden Gebäuderiegeln wird zentraler Treffpunkt des Campus und Außenbereich für die dort etablierte Mensa. Er ist zugleich Eingang zur Insel»Landschaft«, die sich im Raum zwischen Gebäude und freigelegter Felswand befindet.

Freiraumkonzept

Sobald man das Projektgebiet betritt, weiß man es. Denn das gesamte Areal wird mit einem eindeutig wieder erkennbaren Merkmanl ausgestattet: einem Bodenbelag bestehend aus Buntsandstein. Dieser Belag überzieht das Gelände als ein Teppich, aus dem wie Inseln die Gebäude herausgeschnitten sind. Der Teppich ist die Klammer und schafft so eine Einheit aus alt und neu.

Der Stein
Der verwendete Bundsandstein aus dem ehemaligen Steinbruch wird in verschiedenen Zuständen eingesetzt und konstituiert so die unterschiedlichen Freiräume: Mals als wassergebundene Decke, mal als edle Natursteinplatte, mal als industriell gebrannter Ziegel (hierbei kann ressourcensparend der in den Bestandshallen verwendete Ziegel wieder recycled werden).

Der Baum
Das zweite Grundelement des Freiraumkonzeptes ist der Baum. Auch hier wird nur ein einziger Baumtyp verwendet, der, je nach Formation und Unterart, räumlich unterscheidbare Freiräume schafft: Aus der Gattung der Weiden werden im landschaftlichen Teil die Bäume locker gestreut gepflanzt, auf den Plätzen in geordnet-architektonischer Weise und entlang der Promenade als Allee.

Die Freiräume
Fünf Freiraumtypen kommen auf dem Gelände vor: der Platz, die Promenade, der Park, der Hof und die Landschaft.

  • Der Vorplatz
    Zur Stadt zeigt sich das Kammgarn-Areal mit einem neuen Platz. Dieser wird vom alten und dem neuen Gebäude umschlossen und dient der Repräsentation des Areals und der Fachhochschule. Der Bodenbelag dieses Platzes ist gebrannter Ziegel, die Robinien sind streng angeordnet und unterstützen die Raumkanten der Gebäude.
  • Der Mittelplatz
    Zwischen den neuen Gebäuderiegel wird ein Platzbereich eingeschoben, der insbesondere aber nicht nur den Mensagästen zum Verweilen dient. Diese prominente Stelle gibt die Sicht frei auf den nördlichen Pocketpark und die dahinter liegende Waldlandschaft, aber auch auf die im Süden gelegene Felswand und die »neue« Landschaft davor. Seiner Wichtigkeit entsprechend wird dieser Ort mit edlen Sandsteinplatten ausgelegt.
  • Der hintere Platz
    Am Ende der Promenade weitet sich die Allee zu einem neuen Platz auf. Dieser markiert ein neues Zentrum - zwischen Kulturzentrum, neuem Gebäude und dem Gastronomiekomplex.
  • Die Promenade
    Die Schönstraße wird zur großzügigen Promenade für Fußgänger ausgebaut, die an dem Platz vor dem Kulturzentrum endet. Hierbei wird das Straßenprofil zugunsten einer ebenen, breiten Achse aufgegeben; die zur Anlieferung nötige befahrbare Straße ist durch Pflasterung abgesetzt, unterscheidet sich aber nur unmerklich von der sonst eingesetzten wassergebundenen Decke. Entlang der Promenade befinden sich unter Alleebäumen Bänke aus Sandstein.
  • Der Park
    Sowohl der Kammgarnpark als auch der Park vor Kopf des Geländes werden umgestaltet - der Bestand ausgedünnt, Weiden nachgepflanzt.
  • Der Hof
    Der Gebäuderiegel ist durchsetzt von Lichthöfen. Auch hier werden die gleichen Elemente des Freiraumkonzepts eingesetzt - Stein und Baum, bzw. Strauch. Die Höfe sind von ihrem Charakter ähnlich und doch jeder anders.
  • Die Landschaft
    Zwischen dem neuen Gebäude und der Felswand befindet sich die Landschaft. Eine weiträumige Wiese lädt hier zum Ausruhen, Spazieren oder Sporttreiben ein. Befestigte Wege gibt es hier nicht - lediglich sich entwickelnde Trampelpfade, die durch das Mähen des Grases oder durch Anschütten von Schotter unterstützt werden können.

 

 

© 2001 - 2013 urbikon.com   |   Impressum   |   Letzte Änderung dieser Seite: 27.03.2010 | 12:20