LHASA LEIPZIG GRüNAU

Fakten

Entwicklungsstrategie
Zeitraum
08.03.2005 - 12.03.2005

Kunde

Stadt Leipzig, Amt für Stadtsanierung und Wohnungsbauförderung

urbikon Verantwortliche
Kai Dolata, Michael Grzesiak, Sebastian Stiess,

Kollaboration

Studio EU, Berlin

Planung und Bau der Großwohnstrukturen der WK 7 und 8 sind unter volkseigenen Bedingungen vollzogen worden. Die darauf folgende Privatisierung von Gebäuden und Grundstücken wurde nach marktwirtschaftlichen Aspekten durchgeführt. Die ursprünglich gemeinschaftliche Struktur wird durch eine neue, der Individualstruktur überlagert. Zwischenflächen sind im städtischen Eigentum. Das Patchwork von Besitzständen und den damit verbundenen Interessenlagen verhindert eine Planung für das gesamte Gebiet. Dieses Patchwork ist mit einem Puzzle vergleichbar. Wir betrachten aber nicht nur das zusammengefügte Bild, sondern auch die einzelnen Puzzleteile, deren Größe und Form durch Eigentümerschaft und Kooperation definiert werden. Eingriff und Gestaltung sind abhängig vom Willen des Eigentümers eines oder mehrerer Puzzleteile oder von den Absprachen innerhalb einer Kooperation.

Die Entscheidung, welche Gebäude rückgebaut werden obliegt den Eigentümern. Angesichts des derzeitigen Sanierungs- und Abrissstandes kann man davon ausgehen, dass mehrere zusammenhängende Freiflächen entstehen, die zum Teil in privater, zum Teil in öffentlicher Hand liegen. Obwohl in unterschiedlichen Händen, kann man diese zusammenhängenden Flächen als größere Puzzleteile behandeln, sofern die o.a. Bedingungen erfüllt werden.

Über verschiedenen Größenordnungen können die Puzzleteile neu definiert werden. Hierbei schlagen wir eine Investitionspalette von XS, S, M bis L vor. Hinzu kommen noch Null-Investitionen und so genannte Joker / Jolly (ital.). Entscheidend für die Wahl des Investitionsvolumen sind Puzzleteilgrößen, Lage und Finanzkraft der Eigentümer. Allen Investitionsarten gemein ist die Intension, dass die Eigentümer (privat / kommunal) selbst eine Veränderung herbeiführen wollen.

Mit dem derzeitigen Sanierungsstand - denken wir - sind zukünftige Standort-vorteile definiert; diese repräsentieren sich in so genannten Wohninseln, deren Freiraumqualität im Innenraum (resp. Hofbereich) und in deren unmittelbaren Umgebung gestärkt werden muss. Geschehen kann dies durch eine S bzw. M Investition.

Implementiert man eine Entwicklung in einem Puzzleteil, hat dies natürlich Auswirkungen auf die Qualität der umliegenden Puzzleteile, daher kommt es auf ein Initial an, dessen Wirkung Vorbild für weitere Implementierungen bildet. Von Vorteil sehen wir dabei zum einen die gerade genannten sanierten Gebäudebereiche und zum anderen die großen zusammenhängenden Flächen in kommunalen Besitz. Bei ersteren können die Wohninseln gestärkt zu Kernen innerhalb der WKs weiter entwickelt werden. Durch die zusammenhängenden Freiflächen erhält die Stadt die Möglichkeit, Puzzlegrößen selbst zu definieren und deren Entwicklung sukzessive voranzubringen.

Joker bilden eine Sondergröße in der Neudefinition, mit denen nicht gerechnet werden kann. Diese können sowohl auf vorhandene Puzzleteile gesetzt werden als auch deren Größe und Zuordnung neu definieren.

 

 

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