SEETOR DRESDEN

Fakten

Wettbewerbsentwurf für künstlerischen Ideenwettbewerb
Zeitraum
01.06.2002 - 01.07.2002

urbikon Verantwortliche
Michael Grzesiak,

Zur Aufgabe

In dieser Arbeit wird die Aufgabe zur Gestaltung einer an das Seetor erinnernden Torsituation aus drei, sich bedingenden und ergänzenden Blickwinkeln betrachtet:

Zum einen als die räumliche Markierung eines geschichtlichen Ortes, der für Stadtleben und Stadtstruktur bis heute eine wichtige Rolle spielt und in Zukunft spielen wird; zum zweiten als inhaltliche Auseinandersetzung, die versucht die Bedeutung eines Tores, des Zugangs, des Draußen und Drinnen, des Dazugehörens oder des Ausgeschlossenseins in unserer heutigen Zeit zu reflektieren; und drittens als gestalterische Aufgabe, die versucht in Raumwirkung, Maßstab, Material und Form ein zeitgenössische Aussage über unsere heutige Umwelt und städtische Praxis zu machen.

Ort + Raum + Maßstab

Diese Arbeit will einen geschichtsträchtigen Ort markieren, der einmal Rand der Stadt war und heute die kommerzielle Mitte Dresdens darstellt; eine hochfrequentierte Achse, die sowohl von Fußgänger begangen, als auch von Autos befahren wird. Geblieben ist die Bewegung, das Ein-und-aus.

Die Seestraße in eine der engsten Gassen Dresdens mit sehr schmalem Straßenquerschnitt. Zusätzlich bestimmen den Ort an der Einmündung der Seestraße auf den Platz am Dr-Külz-Ring Laternen, Schaukästen und Verkehrsschilder.

Um diesem Raum nicht mit weitern raumbildenden Elementen zu füllen und den Blick durch die Gasse und auf den Turm der Hofkirche nicht zu beeinträchtigen, hält sich diese Arbeit in raumbildendem Maßstab und Fernwirkung zurück, ohne auf Prägnanz der Erlebbarkeit in ihrem direkten Umfeld verzichten zu wollen.

Idee

An den im Lageplan markierten Quadraten des ehemaligen Standortes des Seetors werden zwei baugleiche Skulpturen aufgestellt, die sich formal an Diebstahldetektoren in Supermärkten anlehnen, jedoch in Größe und Form verändert und in der Assoziationskraft abstahiert werden. Das Thema der Skulptur ist die Übertragung einer Form aus kommerziell genutzten Innenräumen in den öffentlichen Stadtraum.

Sie sollen Denkanstoß über den Wert einer Stadtstruktur und dessen Bausteine sein, über das was den Dresdnern gegeben und genommen wurde. Die Skulptur soll über das Gefühl von Sicherheitnachdenklich machen, mit einem Verweis auf die damals schutzbietenden Mauern mit ihren Toren und der sich wandelnden Gewährleistung von Sicherheit.

Die Arbeit verweist außerdem darauf, dass durch Prosperität, ökonomisches und räumliches Wachstum die Stadt sich vergrößert hat; was nicht zuletzt zum Verschwinden des Seetors beigetragen hat. Diese Arbeit will sich nicht negativ artikulieren, sondern vielmehr heutige Entwicklungen konstruktiv und kritisch
reflektiert sehen. Die Skulptur soll Denkanstoß sein, ausgelöst durch eine abstrakte Form.

Form + Material

Das Gestaltvorbild der Detektoren soll keine 1:1 Übertragung in den Stadtraum, sondern eine Abstraktion, Verfremdung und Veredelung durch ein im heutigen Kunstbetrieb verwendetes Arbeitsmaterial.
Das Material ist ein spigelndes Metall. Zur Auswahl stehen dabei hochpolierte Bronze, Aluminiumguß oder Edelstahl. Bei Weiterbearbeitung sollen dazu eine Farbstudien erstellt werden.

 

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