SKATERPARK DRESDEN

Fakten

Pläne
Zeitraum
07.11.2005 - 25.11.2005

Kunde
Stadt Dresden

Ort
Dresden, Lingnerallee
(auf Karte anzeigen)

urbikon Verantwortliche
Michael Grzesiak, Sebastian Stiess,

Kollaboration
Spiel.Raum.Planung, Leipzig

3. Preis

Das Wettbewerbsgebiet stellt die grünräumliche achsiale Verbindung zwischen der Innenstadt und dem Großen Garten dar. Der Spannungsbogen der Achse beginnt an der beherrschenden Fassade des Rathauses, durchläuft ein Stadtgebiet im Umbruch (vom Robotron-Gelände zum Geschäfts- und Wohnstandort), tangiert das Sport- und Freizeitquartier mit Hygienemuseum, Arnoldbad, Stadion und mündet in der eleganten Weite des Großen Gartens. Die städtebauliche Umsetzung dieser Abfolge beinhaltet die Verlängerung der Herkulesallee des Großen Gartens bis an die Innenstadt und damit die langfristige Aufgabe der Lingnerallee westlich der Blüherstraße.

Langfristig wird der städtebauliche Raum durch eine Neubebauung des Robotronareals geprägt. Die Grünverbindung zwischen Stadtzentrum und Großem Garten wird als Allee ausgebildet. Die Allee erhält die Dimensionen der historischen Herkulesallee. Der entstehende 35 m breite Freiraum wird nördlich von der Neubebauung begrenzt und schließt südlich an den neuen Blüherpark an.

Mittelfristig schlagen wir vor, diese neue Allee als Sportpromenade Lingnerallee im Vorgriff auf die Neubebauung schon zu errichten. Die Struktur der Promenade entspringt der Herkulesallee: 2 parallel laufende Wege verbunden durch Rundungen zu einem ‚endlosen Wegeband’ - dem LOOP, geführt unter einem 4 reihigen Blätterdach. Die freie Mitte bietet Raum für verschiedene Sportarten und Nutzergruppen. Der LOOP gliedert sich in den Laufstreifen aus Asphalt und in den inneren Ring und Baumstreifen, der auch die Bänke, Leuchten und Papierkörbe aufnimmt. Der Ring ist als Pufferzone zwischen der aktiven Mitte und dem umlaufenden Weg zu verstehen. Das Material wird entsprechend verändert. Wir schlagen Betonplatten und offenporige Baumscheiben vor. Die vorhandenen Magnolienallee ist durch einen andere Baumarten sukzessive zu ersetzen. Wir schlagen als neue Baumart Gefüllt blühende Vogelkirsche vor. Der Blüteaspekt des Alleenauftaktes wird beibehalten. Im Jahresverlauf bildet diese Baumart einen passende Ergänzung zur Anlage – weiße Blüte – frischgrünes Laub – gelborange Herbstfärbung – braunrot glänzende Winterzweige. Störende Früchte werden nicht ausgebildet. Eine klare Abgrenzung zur Lingnerallee (Spitzahorn) ist dabei beabsichtigt.

Der sportliche Charakter der Promenade hat seinen Schwerpunkt mit dem Skaterpark in der neuen Lingnerallee und wird fortgesetzt in der Verlängerung der Herkulesallee bis hin zum Großen Garten.

Kurzfristig wird als erster Baustein der Robotron-Skatepark errichtet. Das System des Skateparks basiert auf Bausteinen, die je nach Bedarf und Budget errichtet werden.
Die Gestaltung dieses zentralen, durch Sport geprägten Raumes wird als künstlerische Aufgabe gesehen. Dominierendes Element ist die SKATEBOX, die wie eine große liegende Skulptur den Raum neu prägen wird. Die Linearität der Skulptur entspringt der Abfolge des Skatens in parallelen Lines. Die Bewegungsrichtung parallel zur Achse stärkt die Eleganz des langen Raumes. Dem Rhythmus des Sportes entsprechend ergibt sich ein Spiel verschiedener Höhen und Formen. Eine präzise Einfassung der Skatebox verstärkt den skulpturalen Charakter und bindet ihn in den Freiraum ein als Sitzmauer, Wegebegrenzung, Leuchtkörper. Die Kunststücke der Skater wird für die Passanten des Loops erlebbar und sichtbar. Die gezeigte Zusammenstellung der verschiedenen Skateelemente ist in Zusammenarbeit mit Aktiven sowie einem Hersteller von Skateranlagen entstanden. Das Angebot versucht Bereiche für Skateboarder, Rollerblader und BMX-Fahrer unterschiedlichen Könnens gleichermaßen zu berücksichtigen.
Die Übungsstrecke SLALOM für Anfänger wird auf den vorhandenen Wegen informell vorgegeben. Das stilisierte Muster lässt verschiedene Parcours zum Slalomfahren zu. Das Muster wird auf die vorhandene Befestigung (Asphalt) aufgetragen (Farbbeschichtung).
Eine weiteres Übungsfeld ist die Fläche der VULKANOS – kleine gewölbte Bodenerhebungen – Spielbereich nicht nur für Skater sondern auch für Kinder mit Rollern und Fahrrädern.

Das INLINE-HOCKEYFELD kann sofort als mobiles Spielfeld auf dem Platz gegenüber vom Rathaus errichtet werden. Langfristig gehört es in den Kernbereich der Anlage, in die Nähe des Pavillons und des Torhauses. Hockeyfeld und Skatebox werden durch den farbig asphaltierten Bereich FREESTYLE-AREA verbunden. Hier ist eine PLAZA für alle, auch eine Erweiterung der Skatebox durch mobile Skateelemente ist denkbar. Diese Zone wird durch den kleinen Platz um das TORHAUS und den PAVILLON unterbrochen. Dieser Platz bildet das Gelenk zum neuen Blüherpark und zur historischen Lingnerallee. Das Torhaus kann Servicefunktionen wie Toiletten und/oder einen Kiosk aufnehmen. Der Pavillon mit Sitzstufen und leichtem Dach fungiert als Bühne, Treffpunkt und Unterstand. Optional kann der Skaterpark auch durch andere Sportarten wie BASKETTBALL ergänzt werden.
Großzügige Rasenflächen am Kopf und Ende der Skateranlage schaffen Ruhezonen für die Aktiven und Platz für Sonnenanbeter und Picknickdecken. Die Figurengruppe des Proletarischen Internationalismus wird perspektivisch in den Rasenspiegel integriert.

Die Gesamtgestaltung wird als Verschmelzung von Gartenkunst und Freier Kunst verstanden.
Neben der skulptural gestalteten Skatebox werden zwei Bereiche intensiv bearbeitet. Diese künstlerisch gestalteten Elemente der Sportpromenade stehen in enger Verbindung zum Skaten, zum städtebaulichen Kontext und zur Geschichte des Ortes.

Die ROLLENWAND am Endpunkt der Skateanlage arbeitet mit Skaterrollen, die als flexibles Wandbild das LOGO der Anlage werden. Halbseitig zweifarbig beschichtete Rollen, aufgezogen auf senkrechte Achsen, sind drehbar gelagert und können zu Grafiken und Schriftbildern gedreht werden. Jeder wird zum Künstler. Die Rückwand der WALL wird aus entgegengesetzter Richtung zum Auftakt der Anlage.

Das Muster der SLALOMSTRECKE – die stilisierte Odol-Krummhalsflasche verweist auf den Namenspatron der Allee Karl August Lingner, Entwickler des Mundwassers Odol und Initiator der ersten Deutschen Hygieneausstellung, aus der später das Hygienemuseum hervor ging. Die klare, zeitlose Form der Odol-Flasche wurde zum Symbol der Volksgesundheit.
Beide Elemente sind als Referenz zu den strukturalistischen Fassaden des Robotrongeländes zu verstehen.

Die Skateranlage wird einem hohen Nutzungsdruck unterliegen. Aus diesem Grund schlagen wir keine Realisierung aus Stahlgestell mit Phenolharzplatten vor, sondern dauerhaften und wartungsfreien beschichteten Beton. Der Oberflächenbelag der Wege ist robust und entsprechend der sportlichen Nutzung als Asphalt gewählt. Insgesamt ist somit mit einem geringen Pflegeaufwand zu rechnen.

 

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