LANDESGARTENSCHAU DESSAU

Fakten

Ideenworkshop zur Integration digitaler Informationstechnologien in einer dezentralen
Zeitraum
15.05.2005 - 15.05.2005

Kunde
Stadt Dessau

urbikon Verantwortliche
Kai Dolata, Michael Grzesiak,

Zusammenfassung »Themen und Bilder«

Situation:
Die Bestandsaufnahme der Situation zeigt die Schwierigkeit, durch raumbildende und gestalterische Maßnahmen die von einer Landesgartenschau bespielten Flächen von den unbespielten mit geringem finanziellen Aufwand zu unterscheiden. Die Festlegung der Grenzen der Transformationsschleife durch die Stadt sind im Stadtraum schwer wieder zu erkennen. Als Basis könnte eine klare Situationskarte mit einer Wertung der Substanz (nach Kerngebiet, Transformationsgebiet, Fragenzeichenbereiche, ...), die als planerische Grundlage für eine zukünftige Entwicklung genutzt werden kann. Aus Gründen der Nachhaltigkeit gilt es die LaGa-Flächen so zu transformieren, dass sie nach Beendigung der Gartenschau ihrer Lage gerecht werden: Aufwendig gestaltetes Grün in der Nähe von urbanen Kernen, extensive Gestaltung in Bereichen den Abrisses oder des urbanen Rückzugs.

Konzept:
Die Ausgangsitution einer LaGa in Verbindung mit dem Thema Stadtumbau ist konzeptionell eine schwierige Verbindung: Der »Rückzug der Zivilisation« trifft auf »Blühende Landschaften«. Aber Stadtumbau ist nicht nur Abriss und Rückzug, denn es gibt parallel auch Wachstum, und durch Rückzug entstehen Freiräume. Diese Bereiche gilt es zu zeigen und Konzepte und Ideen dazu zu entwickeln (denn es gibt sie kaum) und erlebbar zu machen. Das Wachstum gilt es an die urbanen Kerne zu koppeln um die Lebensqualitäten dort zu stärken, die Freiräume gilt es zu kategorisieren und entsprechend ihrer Lage mehr oder weniger naturnah, bzw. zivilisationsnah zu gestalten.

Kategorisch Flächen auf denen Häuser fallen zu veredeln ist nicht nur ökonomisch schwierig. Es gibt extensive Gestaltungen solcher Flächen, die gestalterisch sehr interessant sind! Aus diesem Konzept heraus ergibt sich eine zu bisherigen Gartenschauen neue Räumlichkeit: Das Gebiet ist kein ausschließlich grüner Park mit Zaun drum herum - sondern ein Querschnitt durch die »Stadt in Transformation«. Dies ermöglicht eine freie Festlegung der dazugehörigen Flächen. Unser Vorschlag hierzu war eine Abgrenzung des Gebietes durch Wege und Straßen der Flächenränder in einer besonderen Farbe zu markieren, etwa rot.

Inhalte einer solchen LaGa sollten die entstehenden Grün- und Freiraumqualitäten durch den Stadtumbau sein, wobei das Informative und Aufklärerische zum Thema in einer eher Ausstellungs-artigen Schau im Vordergrund stünde: starke Bilder ließen sich dabei entwickeln, wie das Vorher und Nachher von Stadtansichten, oder das Umwidmen von urbanen Flächen, wie einer stillgelegten Straße, zu Landschaftselementen.

Fazit
Eine Gartenschau zum Stadtumbau, die auf Basis eines Entwicklungsplans der Stadt einen exemplarischen Querschnitt durch die Möglichkeiten der Transformation und den damit verbundenen Zugewinn an Lebensqaulität zeigt: von »Landschaft kehrt zurück« bis zur  Qualifizierung von wachsenden Kernen durch Grün.

Zusammenfassung »Logistik und Kommunikation«

Situation:
Aufgrund der geplanten dezentralen Ausstellung ergibt sich eine Hauptfrage in der "Abgrenzung" und der Zugangsbeschränkung der Einzelflächen bzw. daraus folgend in der Frage der Verkaufsstrategie von Eintrittskarten. Eine Einzäunung und ein Verkaufsstand an jeder einzelnen Fläche wäre zu Kostenintensiv und in der Nutzungsfreundlichkeit eher abschreckend. Das gros der Besucher wird dem Rentenalter zugeschrieben (80%), allerdings strebt die Stadt Dessau eine Quote von 50% an Menschen an, die das Rentenalter noch nicht erreicht haben. Daraus ergibt sich inhaltlich die komplizierte Lage, unterschiedliche Themen zu verschiedenen Alters- und/oder Lebensstilgruppen zu kreieren. Dies gilt insbesondere auch in der Kommunikationsstrategie: verschiedene Zielgruppen müssen unterschiedlich beworben werden. Hier scheint ein als nicht einheitlich gesehenes Gesamtkonzept für die LAGA vorprogrammiert.

Konzept:
Als Ansatz auf die angestrebte dezentrale Flächennutzung als auch Ticketierung der LAGA wurde ein System vorgeschlagen, dass entweder über einen so genannten RFID Chip (ähnlich denen in Telefonkarten etc.) oder über Mobilfunktechnologie nicht den Zugang zum LAGA Gelände kontrolliert, sondern den Abruf von Informationen zu den Exponaten / Gestaltungen. Damit verbunden ist das Potential einer dynamischen Besucherleitung durch das Gebiet der LAGA als auch durch die IBA Standorte. Langfristig ist über eine Mobilfunktechnologie auch eine Form von Monitoring über die (befristete) freiwillige Abgabe der Mobilfunktnummer und deren Verfolgung im Stadtraum Dessau möglich.

Für die Zeit der LAGA aber auch der IBA können so personen-gebundene Informationen individuell an die Nutzer ausgegeben werden, was in etwa zu vergleichen ist mit einem speziell für den Besucher zurecht geschnittenen Katalog.

Eine solche Konzeption sollte auf existierenden Technologien aufgebaut werden - eine Nutzung von Mobiltelefonen und deren vermehrter Einsatz als multimediale Geräte ist daher denkbar. So kann man ähnlich den Audio-Guides in Museen jeweils Informationen audibel zugänglich machen. Bild und Kartenmaterial sowie Text-Informationen lassen sich schon heute über diese Technologie versenden. Kooperationen mit Funknetzbetreibern sind anzustreben.

Mit Sicherheit kann gesagt werden, dass hiermit ein anderes Klientel zusätzlich angesprochen wird, dass weitaus jünger sein wird, als die bisherigen Besucher der LAGAs. Ein Vorschlag zur analogen Wissensvermittlung kam von Seiten des STERN Teams mit der Idee Koffer mit Informationen an Besucher auszuteilen, die keine digitale Technologie nutzen wollen.

Aufgrund der Distanz der einzelnen LAGA und IBA Flächen untereinander wird eine aufgesplittete Wegeführung vorgeschlagen. D.h. entlang der "IBA-Schlange" werden mehrere kleine Pfade mit jeweils mindestens einem Anfangs- und Endpunkt als (garten)baulicher Konzentrationsort angelegt. Wesentlich ist dabei, dass sich mindestens 2 dieser Pfade immer kreuzen müssen, so dass Überschneidungen und Abzweigungen möglich sind. Diese einzelnen Pfade sind jeweils einzelnen Zielgruppen (Lebensstilgruppen) zugewiesen und können so inhaltlich und räumlich stärker definiert werden. Die Möglichkeit des Abzweigens soll den Nutzern eines Pfades den Einblick in inhaltlichen Kontext des anderen Pfades bieten, was zu zufälligen bzw. von der LAGA-Organisation gesteuerten Aha-Effekten führen kann.

Über die Pfade ist es auch möglich, das weite Angebots- und Flächenspektrum zusammen zu fassen und in verschiedenen Werbekampagnen für diesen einzelnen Pfaden unterbringen. Ein Potpourri an Angeboten für mehrere Generationen ermöglicht jedem potentiellen Interessenten eine Identifikation mit dem für ihn wesentlichen Aspekte der Veranstaltung.

Fazit
Abschließend lässt sich zusammenfassen, dass mit der LAGA 2010 in Dessau und ihrer dezentralen Ausrichtung ein zukunftsweisendes Informations- und Monitoringsystem implementieren kann, das weit über die Zeit der LAGA und IBA hinaus für Planungsebenen nutzbar ist.

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