LANDLEBEN 2.0

Fakten

Konzeption und Studie zum ländlichen Raum in Ostdeutschland
Zeitraum
01.05.2007 - 31.08.2007

urbikon Verantwortliche
Lola Meyer,

Kollaboration
Dipl.-Ing. Mitja Windisch, Dipl.-Des. Martina Grotensohn, Dipl.-Des. Boris Bandyopadhyay (atlante)

Ausgangslage

Entvölkerung ländlicher Gebiete – was tun?
Der demographische Wandel und die wirtschaftlich bedingte Abwanderung führen dazu, dass ganze Landstriche Deutschlands leer laufen. Und wir stehen erst am Anfang dieser Entwicklung. Wo die Menschen wegziehen, schließen Banken, Postfilialen, Bäcker, Schulen, Kneipen,…. Dabei entsteht ein Teufelskreis: die zunehmenden Versorgungsdefizite verstärken die Abwanderung und umgekehrt.

Was bedeutet der demografische und wirtschaftsbedingte Wandel für die Zurückbleibenden?
Mit dem Wegfall der Infrastruktureinrichtungen wird nicht allein die materielle Daseinsversorgung erschwert - auch die Kommunikationsorte schwinden. Wenn der Schnack beim Bäcker oder im Cafe wegfällt, vereinsamen viele Menschen. Wo man sich nicht mehr trifft, bleibt auch keine Gemeinschaft: Statt Identifikation und Identität entsteht ein Gefühl von Vereinzelung und Ohnmacht.

Projektziel

Die Flotte der fahrenden Versorger

Vorstellbar ist z.B. eine fahrende Einheit, die die ärztliche und gesundheitliche Versorgung sicherstellt - inkl. einer Apotheke, Physiotherapie, Zahn-und Frauenarzt, oder auch ein Media-Mobil, wo nebst Bücherei und Videothek ein Internetcafe oder Computerlernplätze integriert sind.
Um den genauen Bedarf der zukünftigen Flotte herauszufinden, wird 2007 eine erste mobile Einheit, das KoFor-Mobil eingesetzt. KoFor steht für Koch-Forschung und meint einen wissenschaftlich-gastronomischen Tauschhandel vor Ort.

Ziel dieses Projekts ist es, die strukturellen Schrumpfungsprozesse im ländlichen Raum abzufangen.
Hierzu werden Infrastruktureinrichtungen dezentralisiert und mobil gemacht. Mobile Versorger sind nicht neu - ein jeder kennt die fahrende Eisdiele, das Sparkassenmobil oder die mobile Bibliothek. Neu ist jedoch die Erweiterung, Bündelung und Neugestaltung der fahrenden Versorger.

Daten-Koffer
Die Ergebnisse unserer Forschungsreise, für die ca. 20 Ortstermine geplant sind, werden jeweils in einem Datenkoffer pro Dorf/Gemeinde gesammelt. In einer Auswertungsphase werden die Ergebnisse pro Dorf/ Gemeinde untereinander vergleichend analysiert. Aus den Ergebnissen sollen konkrete Handlungsstrategien entwickelt werden, die in die Entwürfe weiterer mobiler Infrastrukturmodule einfließen.

KoFor Mobil
KoFor steht für Koch- Forschung
und meint einen mobilen wissenschaftlich, gastronomischen Tauschhandel vor Ort. Das KoFor-Mobil besteht aus einer mobilen Restauration mit Küche, Theke und flexibler Bestuhlung, sowie einer kleinen Forschungsstation.
Letztere beinhaltet das Forschungsequipment und ein Mini- Büro für Einzelinterviews und Teammeetings. Wir stellen mit dem KoFor-Mobil eine kleine gastronomisch/ kulturelle Infrastruktur zur Verfügung, in der wir selbst Mahlzeiten anbieten oder Menschen vor Ort für ihre Familie, Nachbarn, Freunde und Vereinsmitglieder kochen können. Im Gegenzug kommen wir mit den Menschen ins Gespräch, recherchieren die Infrastrukturentwicklung des Dorfes und stellen unsere Idee einer mobilen Infrastruktur vor.

Gemeinsam die Zukunft gestalten
Die unmittelbare und aktive Mitwirkung der Bewohner ermöglicht es uns, konkret am Bedarf zu entwerfen. Die Menschen in den untersuchten Gebieten erfahren im Gegenzug, dass sie ernst genommen und beteiligt werden und sie bekommen in mittelbarer Zukunft genau das, was sie brauchen.

 

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