PLATTENBAU STUDIE P2

Fakten

Bestandsanalyse und Transformationsoptionen für drei Standorte industriellen Wohnungsbaus in Magdeburg als freie Mitarbeiter im Büro für urbane Projekte Leipzig. Fokus auf die Bautypen P2, PH16 und M10
Zeitraum
11.01.2004 - 13.03.2004

Kunde
Büro für urbane Projekte / Stadt Magdeburg

urbikon Verantwortliche
Kai Dolata, Michael Grzesiak,

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Der P2 war der meist gebaute Plattenbautyp der DDR. Entwickelt wurde der Typ im Institut für Hochbau der Bauakademie der DDR. Er besteht aus Großplatten in 6,3 Mp, tragenden Querwänden und wurde meist in 5- oder 6-geschossige Bauweise ohne Fahrstuhl realisiert. Weitere Charakteristika sind:

  • Flachdächer
  • Fernheizungsanschluss
  • 2- und 3-Spänner
  • innenliegende Bäder und Küchenräume
  • teilweise mit vorgestellten Balkonen ausgebildet.

Der »Klassiker« unter den Plattenbauten erweist sich mit seinen ursprünglich gleichfömigen Grundrissen als zu wenig differenziert für den heutigen Wohnungsmarkt. Weitere Gründe sind die innen liegenden Treppenhäuser und die zu kleinen, unbelichteten, unbelüfteten Bäder und Küchen.

Die unattraktiven Eingänge und der ein halbes Geschoss herausragende Sockel erschweren die Außen-Innenbeziehung des Gebäudes. Durch die Gleichförmigkeit der Grundrisse, die Symmetrie zur Treppenhausachse und die außen liegenden Balkone begünstigt der P2 besondere Rückbauvarianten. Er ist als Grundtyp variabel und entwicklungsfähig.

Als 5-Geschosser fügt er sich sehr gut in den urbanen Maßstab von Magdeburg ein. In einer Reduktion auf 3 oder maximal 4 Geschosse kann er den städtebaulichen Maßstäben der traditionellen Magdeburger Wohnsiedlungen angenähert werden.

Ausgangssituation – Magdeburg Reform

Für die Studie wurde ein Standort gewählt, der verschiedene Plattenbau-Typen auswies. Neben dem P2 wurde auch der Typ M10 - ein 10-geschossiger Plattenbau - untersucht.

Hier finden Sie Ausgangssituation und Konzeptideen für den Bautyp P2  in der Otto-Baer-Straße in Magdeburg Reform (2004).

  • 5-geschossige Bauweise
  • 20 Eingänge á 10 Wohneinheiten (WE)
    d.h. 200 WE (davon 180 x 3-Zimmer-Whg á 55,2 qm und 20x 2-Zimmer-Whg á 46,7 qm)
  • 2-Spänner (2 Wohnungen je Etage)
  • innen liegende Bäder und Küchen
  • Balkone (nach Süden und Westen ausgerichtet)
  • 1,3 m Sockel
  • Leerstand ca. 30%

Konzept

Aufgrund der Typologie der umliegenden Gebäude wurde ein Rückbau zu Doppelhäusern vorgeschlagen, deren Erschließung sich an der bestehenden orientiert. Hierbei werden die oberen 2 Geschosse und eine Hälfte aller Eingänge komplett abgetragen. So ragt ein Teil des vorher innen liegenden Treppenhauses aus dem Gebäude heraus. Die Türen zu den verschwundenen Wohnungen werden durch Fensterbänder ersetzt. Das verbleibende 3. Geschoss wird zum Teil in eine Dachterasse umgewandelt. Die 2 1/2 Geschosse, aus denen eine Doppelhaushälfte besteht, können unterschiedlich aufgeteilt und erschlossen werden: so besteht die Möglichkeit einer privaten Doppelhaushälfte genauso wie das Integrieren einer Einliegerwohnung.

Ein Beispiel besteht in folgender Verteilung:

  • 36 WE 4x 6-Zimmer-Maisonette-Whg. á 149,8 qm
  • 7x 5-Zimmer-Maisonette-Whg. á 94,5 qm
  • 19x 3-Zimmer Whg á 55,3 qm
  • 6x 2-Zimmer Whg á 39,2 qm
  • EG: Terrasse; 1. OG: Balkon; 2. OG: Dachterrasse;
  • Tiefgarage (bei Bedarf)
  • ergibt eine Reduktion von ca. 150-160 WE

Da die Versorgung der Gebäude durch die Kellergeschosse erfolgt, bleiben diese durchgehend erhalten. Sie könen zum Teil zu Tiefgaragenplätze mit kurzen Rampen umgerüstet werden. Die dadurch ebenfalls erhaltene Erhöhung des Erdgeschosses kann im Außenraum durch das Abrissmaterial aufgeschüttet werden, sodass private Vorgärten entstehen können.

Der Rückbau kann in Etappen geschehen, der maximale Umbau folgt den demographischen Veränderungen innerhalb des Plattenbaugebietes.

 

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