URBANIZER LE

Fakten

Konzept und Förderantrag für Social Mapping
Zeitraum
13.04.2003 - 10.07.2003

urbikon Verantwortliche
Kai Dolata, Michael Grzesiak, Sebastian Stiess,

Kollaboration
Marta Döhler-Behzadi, Iris Reuther (Büro für urbane Projekte)

urbanizerLE ist ein urbanistisch-künstlerisches Projekt. Es setzt sich mit dem Zustand und der Veränderung, sowie der Rezeption und der Nutzung von Stadt durch die Menschen auseinander. urbanizerLE versucht zwei Ebenen der zeitgenössischer Stadtwahrnehmung und Stadtnutzung miteinander zu verbinden: den physisch wahrnehmbaren und genutzten Realraum und den durch Daten (Zahlen, Bilder, Informationen) erfahrbaren virtuellen Raum.

Der Austragungsort von urbanizerLE ist Leipzig. Das sich wandelnde Stadtbild und die spätindustrielle, informations- und wissensgesellschaftliche Nutzung gilt als urbanistischer Prototyp einer kommenden Entwicklung der Stadttransformation in Europa: eine Mischung aus politischen Brüchen, demografischer Auf- und Abwärtsentwicklung, Zu- und Abwanderung, schwankenden Arbeitsmarktperspektiven, harten und weichen Standortfaktoren - aus dem Nebeneinander von Wachstum und Schrumpfung.

Das Abbild dieser Stadttransformation widerspiegelt sich in bestimmten Bereichen der gebauten städtischen Umwelt. Sie werden im urbanizerLE aus dem Gesamtluftbild der Stadt durch StudioLE herausgefiltert, mit entscheidenden statistischen Daten, wie etwa Einwohnerdichte und Leerstandsentwicklung hinterlegt und zu einer neuen Art von Stadtkarte zusammengesetzt. So entsteht ein datengespeistes Spielfeld aus Stadtflächen, die aus einer alltäglichen konventionellen Wahrnehmung herausfallen: heterogene Stadtstrukturen, Restflächen, Brachen, nicht genutzter Raum, aber auch Einfamilienhaussiedlungen oder Infrastrukturareale. Sie werden als virtuelles Stadtmodell im Internet installiert, das interaktiv nutzbar und von jedermann fortschreibbar sein soll.

Die 8 eingeladenen Teilnehmer sind Urbanisten, Architekten und Künstlern verschiedener Disziplinen, die Erfahrung mit urbanistischen Projekten und dem Internet haben. Sie nutzen das von StudioLE ausgearbeitete Spielfeld in einem zweiwöchigen Workshop. Sie werden aufgefordert, aus ihrer persönlichen Perspektive, ausgewählte Orte und Stadträume innerhalb des Spielfelds mit digitalen Bild-/ Film-/ Soundtechniken zu portraitieren. Anschließend sollen sie zu Nutzung, bzw Nichtnutzung dieser Stadträume Interventionen entwickeln, die die soziokulturellen Zusammenhänge der Stadttransformation frei reflektieren.

Bedingung der Interventionen ist die Verknüpfung des Realraumes mit dem Internet, sei es über downloadbare Stadtkarten, Webcams, oder andere Schnittstellen und Interaktionsmechanismen (siehe Referenzprojekte). Erwartet werden Aktionen, Installationen, Performances, Raum- und Medienkonzepte, die die Themen Stadtraum, Nutzung und die Datenbank einbeziehen. Den Interventionen im Stadtraum wird kein Zeitrahmen gesteckt, sie können einmalig, temporär, saisonal oder langfristig angelegt sein. Bleiben wird die Dokumentation der Interventionen, deren Verlauf und Fortbestand auf der Internetseite.

Mit der Präsentation des Workshops wird urbanizerLE der Öffentlichkeit für ein Jahr zugänglich gemacht und eingeladen, sich an Ortsportraits und Interventionen über einfach zu bedienende Eingabefenster im Internet zu beteiligen. Eine Vernetzung mit existierenden Stadtprojekten wird angestrebt.

urbanizerLE lebt von seinen zwei Wahrnehmnungsperspektiven, der physischen und der virtuellen. urbanizerLE ist eine ständige Ausstellung und stellt als Experiment konventioneller Stadtplanung ein gewollt spielerisches Modell von Szenarien und Partizipation gegenüber. Das Produkt ist eine kollektive psychogeografische Karte Leipzigs überlagert mit einem unorthodoxen Nutzungsgefüge, die real in Leipzig und virtuell weltweit im Internet zugänglich ist

 

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