VöLLE EXPOSE

Fakten

Konzeption für Fassadengestaltung des Jugendclubs Völkerfreundschaft, Präsentation mit Bürgerbeteiligung
Zeitraum
01.07.2005 - 31.07.2005

Kunde
Stadt Leipzig, Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung (ASW)

urbikon Verantwortliche
Michael Grzesiak, Sebastian Stiess,

Bearbeitungsbereiche am Jugendclub Völkerfreundschaft

 

favorisierter Entwurf für die Hauptfassade:
Barcode Fassade

 

Postkarte für Bürgerbeteiligung »Meine Wand«

 

Volumetrische Darstellung der Eingangsbereiche

 

Konzeptvariante »Völle goes round«

 

Völle goes round aus reflektierenden Kreiselementen

 

Variationen durch Drehung der Elemente

 

Konzept für den Anbau »Skript«

 

Fassadenbegrünung

 

Skirpt mit unterschiedlichen Hintergrundfarben

 

 

»Halley« Lichtkonzept

 

»Halley« auf »Barcode« Fassade bzw. »Völle goes Round« Fassade

 

Links

Die verschiedenen Seiten des Gebäudes werden unterschiedlich von den verschiedenen Bevölkerungsgruppen wahrgenommen. Die Fassaden sind zum Teil schlecht einsehbar, mit Graffitis besprüht oder mit Pflanzen bewachsen. Sie differieren in Höhe und Anzahl der Öffnungen und in der öffentlichen Präsenz. Diese Gründe sprechen für eine abschnittsweise, unterschiedliche Behandlung und Gestaltung der Seiten sowie des rückwärtigen Anbaus.

Die Seite zur Stuttgarter Allee und der Cafébereich werden als öffentlich repräsentativer Bereiche bearbeitet, während der flachere Anbau an der Rückseite mit einem partizipativen Gestaltungsprojekt mit Jugendlichen und Interessierten gestaltet wird. Die bewachsenen Teile und der angrenzende Bereich für zukünftigen Bewuchs bleiben erhalten.

Konzept: »DEINE WAND«

Das Gebäude der Völkerfreundschaft ist im Grunde genommen eine "Kiste". In analoger Weise zur Kennzeichnung des Inhalts von Verpackungskisten durch einen Strichcode, benutzt urbikon das Strichcodesystem in abgewandelter Form zur Fassadengestaltung der »Völkerfreundschaft«.

Um nach Außen auf die Nutzung durch Menschen zu verweisen, läd urbikon die Bewohner Grünaus und Leipzigs mit einer Postkarte und über eine Webseite ein, eine persönliche, bis zu 8-stellige Nummer einzusenden. Diese Nummern arbeitet urbikon in eine Fassadengestatung um.

Aus den Einsendungen werden mehrere Nummern ausgelost, über den EAN-Strichcode umgewadelt und damit die Fassade in vertikalen Streifenformen gestaltet. Die ausgelosten Personen finden sich in ihrer Nummer auf dem Gebäude wieder. Es lassen sich per Buchstaben-Zahlen-Code analog den SMS-Nachrichten auch Wörter verschlüsseln.

So entsteht ein Bezug zwischen den Bewohnern und Nutzern und der Oberfläche des Gebäudes.

Kommunikation

Mittels einer Postkarte und eines Eingabeportals im Internet werden die Bewohner aufgefordert, ihre Nummern einzusenden. Auf diese Weise wird eine breite Öffentlichkeit auf Grünau und die dortigen Aktivitäten und Freizeitmöglichkeiten aufmerksam gemacht.

Eingangsbetonung

Die Eingänge Stuttgarter Allee und zum Cafe werden durch ein geschwunges, auskragendes Band über die verbleibende Fassadenhöhe oberhalb der Türen betont. Das Band ragt in den Straßenraum hinein. Dadurch ergibt sich beim Entlanggehen an der Fassade eine größere Ansichtsfläche dieser Vorbauten, was die Aufmerksamkeit der Passanten auf das Gebäude richten soll. Die Fassadengestaltung wird über den Vorbau weitergeführt. Die Eingansbetonungen bestehen aus einer vorgehängten Metallkonstruktion mit Blechverkleidung.

Konzept: »VÖLLE GOES ROUND«

Als Gestaltungsmittel werden in dieser Variante runde, blaue Verkehrsschilder eingesetzt. Sie sind robust, haltbar und in Mengen vorgefertigt verfügbar.

Das Konzept zu dieser Fassade nimmt das Thema der Vorfertigung als vorherrschende Bauform in Grünau auf und übersetzt diese in unsere Zeit. Weiterhin überträgt sie das Thema der Schildern als Ordnungsinstanz für das Miteinander von Menschen im Straßenverkehr auf ein Gebäude. Im Fall der Völle jedoch als blaues Hinweisschild, das zum Miteinander einläd, ohne dabei Vorschriften zu machen.

Schilder mit aufgebrachten Pfeilen markieren die Eingänge. Leuchtelemente werden in Größe und Form in die Fassade integriert.

Partizipative Anbau-Gestaltung

Der niedrigere Anbau am Rückteil des Gebäudes wird auf Grund seiner Abgelegenheit vornehmlich von Jugendlichen als Graffiti-Wand genutzt. Dies wird auch in Zukunft nicht strikt zu unterbinden sein und ist unserer Meinung nach auch nicht nötig. urbikon schlägt für die gesamten Oberflächen des Anbaus eine Gestaltung unter Einbindung von Jugendlichen und Künstlern vor. Unsere Vorgaben sind dabei eine dunkle Grundierung der Flächen und die Benutzung von einer einzigen hellen Farbe für die Motive. Zusätzlich werden farbige Rasterkreuze aufgebracht.

Durch die dunkle Grundierung wirkt die Wand als Gesamtform und dient als starker Rahmen für die Motive. Die Rasterkreuze ergeben eine Struktur und einen visuellen Halt der Fläche - in ihren Zwischenräumen werden die Motive aufgebracht. In der Beschränkung auf eine einzige Farbe entsteht ein homogeneres Bild und die Motive kommen eher in ihrer formalen Kraft scherenschnittartig zur Geltung. urbikon schlägt für die Ausführung Schablonen vor, sogenannte »Stencils«

Variante: »SKRIPT-Wand«

Alternativ zu einer Gestaltung durch Jugendliche schlagen wir vor, Unterschriften Grünauer Bürger auf die Fassade aufzubringen. In einer Unterschriftenaktion werden sie gesammelt und nach einer digitalen Verarbeitung auf die Fassade übertragen.

Lichtkonzept

Die Fassade reagiert auf Passanten mit einem Lichtschweif. Das Gebäude interagiert so mit dem Treiben auf der Stuttgarter Allee. Je mehr Menschen in Bewegung sind, desto heller strahlt das Gebäude, wie z.B. bei Veranstaltungen.

Die Lichtinstallation ist additiv und kann an die jeweilige Gestaltung angepasst werden. Technisch simpel, sind die einzelnen Leuchtkörper jeweils mit einem Bewegungmelder geschaltet und die Leuchtzeit auf ein Minimum von ca. 3-5 Sekunden reduziert.

 

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