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Fakten

Konzeption der Veranstaltungsreihe
Zeitraum
15.05.2005 - 30.09.2005

urbikon Verantwortliche
Kai Dolata, Michael Grzesiak, Sebastian Stiess,

Die temporäre Bespielung von Leerräumen in der Stadt

Über Brachen und Leerstand in der Stadt ist schon viel geschrieben und gesprochen worden, über die Nutzung und Nutzungsmöglichkeiten dieser Flächen weniger. Häufig werden mit Brachen und/oder leer stehenden Gebäuden Verwahrlosung und Verfall, Chaos und Desolation in Verbindung gebracht. urbikon möchte das Potential, das in diesen Flächen und Räume liegt in einer Veranstaltungsreihe "vor Ort" beleuchten.

In einem im drei-wöchigen Abstand stattfindenen Programm werden sich unterschiedliche Akteure diese Flächen annähern. urbikon fungiert dabei sowohl als Mediator, Kurator und Betrachter als auch als Initiator eigener Aktionen. In Zusammenarbeit mit lokalen Partnern und kleinen Eingriffen werden räumliche und damit eventuell auch ideele Veränderungen herbeigebracht, die das Bild der Stadt ändern. Das mobile Büro «l´Office» bildet dabei zum Einen einen wiedererkennbaren Anlaufort für die Einzelaktionen, und zum Anderen die mobile Basis einer sich aufbauenden Bibliothek zu den betrachteten Orten. Hier werden Dokumentationen zu den Eingriffen gesammelt, werden von Dritten und uns kommentiert und kriisiert.

Die von urbikon ausgesuchten Funktionen/Nutzungen für die Brachflächen sind zunächst als Einmal-Ereignisse festgelegt, mit dem Potential über den Eingriffstag hinaus eine Nutzungsmöglichkeit am Ort zu hinterlassen. Die wahrscheinlich subjektive Auswahl der Orte ist als Anreiz und Beginn einer langen Reihe von Veränderungsflächen innerhalb der Stadt Leipzig zu sehen. Hierfür steht das «l´Office» als räumliche Sammelstelle weiterer Orte in und um Leipzig.

Hinter den Eingriffen verbirgt sich eine langfristig angelegte Untersuchung über  «Zwischendienstleistungen». Da in einer sich ausdünnenden Stadt feste Investitionen kaum noch ökonomisch tragfähig sind, bieten temporäre Nutzungen eine Möglichkeit, Orte "auszuprobieren" und auf ihre wirtschaftliche Validität zu prüfen. Fehlende Infrastruktur hinterlässt jedoch nicht nur wirtschaftliche sondern im großen Maß auch soziologische Fehlstellen. In der Untersuchung werden diese Fehlstellen betrachtet und versucht, aktiv Möglichkeiten zu finden, diese Stellen entweder tatsächlich als solche zu akzeptieren und sie nicht weiter im sozial-räumlichen Gefüge der Stadt mitzuschleppen, oder - doch im Entwicklungssinn in Bezug auf Wachstum oder Verlagerung - neue bisher ungesehende Klebstoffe im Netz der Fehlstellen einzusetzen.

Szenen

 

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