MAULWURF - STADTINNENARCHITEKTUR AUF SPIELPLäTZEN

Fakten

Idee, Recherche, Organisation und Umsetzung
Zeitraum
09.06.2012, 19:00 - 09.06.2012, 22:00

Ort

Spielplatz Frankfurter Tor, Berlin

urbikon Verantwortliche
Kai Dolata, Lola Meyer, Jan Bovelet, Laura Veronese, Iris Priewasser,

Der Maulwurf beginnt

 

nach 20 Minuten

 

Jeder kann mitmachen

 

Die »BURG« ist fertig

 

ein anderer Spielplatz

 

Die stolzen Partizipierer...

 

...mit ihren Werkzeugen

 

Alle Beteiligte

 

2 Tage später

 

Gestaltung und Nutzung des öffentlichen Raumes

Im Allgemeinen sieht das Verständnis des öffentlichen Raums so aus: Stadtverantwortliche und ausgebildete Planer strukturieren und gestalten als 'Experten' den Stadtraum und beauftragte Firmen setzen diese Entwürfe um. Und wenn der Stadtraum fertig gestaltet ist, wird er zur Nutzung durch die Städter freigegeben, er ist jetzt prêt-à-consumation. In Deutschland hat sich den letzten Jahren das Bürgerbeteiligungsverfahren etabliert. Häufig beschränken sich Beteiligungsveranstaltungen leider immer noch auf sog. 'Informationsveranstlaltungen' , in denen die - oftmals im wahrsten Wortsinn - Betroffenen die Planungsvorhaben vorgestellt und Fragen beantwortet werden. Im besten Fall, der leider immer noch nur sehr selten eintritt, werden interessierte Anwohner und Nutzer in die Planungs- und Gestaltungsprozesse einbezogen. Die Umsetzung der Gestaltung wird weiterhin in der Regel Firmen überlassen.

Erst in seiner fertig gestellten, gebauten Form, darf der fertig produzierte öffentliche Raum dann von den Nutzern benutzt werden. Nur selten wird nach der öffentlichen Planung direkt oder indirekt weiter geplant oder anders in den Stadtraum eingegriffen. Der Stadtraum wird einfach so lange genutzt und konsumiert, bis er auf Grund von Vandalismus, Bauschäden oder Verschleiß sicherheitstechnisch nicht mehr tragbar ist und erneuert werden muss oder durch großräumlichere Maßnahmen überplant wird - und der gesamte Vorgang von vorne beginnt.

Stadtinnenarchitektur

Statt der oben beschriebenen, herkömmlichen Vorgehen, brauchen wir eine Stadtinnenarchitektur. Die Grundidee der Stadtinnenarchitektur liegt darin, dass die Stadt von innen heraus durch gemeinschaftliches Ausprobieren gestaltet und geformt wird . Nicht große und kostenintensive Pläne sondern das pure Testen mit „Bordmitteln“ bringt einfache aber gute Lösungen hervor. Aus einem basisdemokratischen Grundverständnis heraus lassen sich so pragmatisch Mehrheiten für gemeinsam getragene Ideen finden, organisieren und umsetzten.

Spielplätze als Spielfeld

Spielplätze stechen als potentielles Terrain für Stadtinnenarchitektur heraus. Sie sind bereits Spielfeld und werden täglich, in ihrem abgesteckten Rahmen, neu gestaltet. Dieser Rahmen ist allerdings oft mehr als erbärmlich. Viele Spielplätze sind geprägt von Katalogware-Spielgeräten, die oft nur eine oder wenige 'Spielnutzungen' zulassen und von Kindern lediglich nach der Reihe 'abgespielt' werden können. Diese Spielplätze zeugen von Ideenlosigkeit und oft blindem Experten-Funktionalismus.

Die Stadtinnenarchitektur zielt darauf ab, die Planung in den Stadtinnenraum hereinzuholen, und gemeinsam mit den Spielplatz-Städtern die Defizite von Spielplätzen zu markieren und mit eigenen Ideen und einfachen Mitteln zu intervenieren. Wir plädieren dafür: holt euren Kindern, was sie brauchen.

Maulwürfe

Als 'Maulwürfe', ausgerüstet allein mit Schippe und Spaten, führen wir Aktionen im freundlichen Schatten der Nacht durch um besonders langweilige Spielplätze aufzumöbeln und nach neuen Potentialen zu graben. Dabei steht das spielerische Ausprobieren im Vordergrund. Wir nutzen die vorgefundenen Materialien um sie anders zu arrangieren und dadurch neue Möglichkeiten aufzutun. Und Schippen gibt es genug, also auf zur Sonne, Maulwürfe!

 

© 2001 - 2013 urbikon.com   |   Impressum   |   Letzte Änderung dieser Seite: 05.09.2012 | 18:08