LEERSTäNDE IM DORF

Fakten

5.11.2010, 9:00 Uhr - 17:00 Uhr

Ort

Universität Siegen
Paul-Bonatz-Straße 9-11
in Siegen
Hörsaal PBI-001

Veranstalter

Universität Siegen - Fachbereich Architektur und Städtebau, REGIONALE 2013 Südwestfalen - Denkraum „Zukunft Dorf“


urbikon verantwortlich
Kai Dolata,

Zwischennutzungen in Ostdeutschland

 

 

Einladungstext

Im Zuge der demografischen Entwicklung sind viele Regionen Deutschlands von stagnierenden und schrumpfenden Bevölkerungszahlen betroffen und verzeichnen in den nächsten Jahrzehnten eine Zunahme an älteren Menschen. In den Dörfern spiegeln sich die tief greifenden strukturellen und gesellschaftlichen Veränderungen sowie die Auswirkungen des demografischen Wandels in allen Facetten auf kleinräumiger Ebene wider.

In den fünf Kreisen Südwestfalens, die sich gemeinsam zur REGIONALEN 2013 Südwestfalen zusammengeschlossen haben, wird die demografische Entwicklung  unterschiedliche Auswirkungen haben. Nach der vom Land NRW in Auftrag gegebenen Studie des Pestel - Instituts (2006) werden alle Kreise in Südwestfalen eine rückläufige Wohnungsnachfrage und eine wachsende Leerstandproblematik verzeichnen. Besonders betroffen sind die Ein- und Zweifamilienhausgebiete der 1960er/1970er Jahre und die Dorfmitten.

Das Symposium stellt die Auswirkungen von Bevölkerungsrückgang und alternden Gesellschaft auf den Wohnungsbestand im ländlichen Raum und seinen Dörfern in den Mittelpunkt. Mit besonderem Focus auf die Entwicklung in Südwestfalen werden die Veränderungen im Gebäudebestand und die zunehmenden Leerstände betrachtet.

Neben der Problematik für die einzelnen Eigentümer, wie sinkende Immobilienpreise oder rückläufige Beleihungswerte der Kreditinstitute, stellen Leerstände, Mindernutzungen und nicht gesicherte Nachnutzungen der Gebäude auch die Kommunen vor große Herausforderungen, z. B. bei der Instandhaltung der kommunalen Infrastruktur wie Straßen- bis Kanalbau. Zudem muss die Leerstandsproblematik im Baubestand in Zusammenhang mit der immer noch erfolgenden Ausweisung von Neubauflächen gestellt  werden.

In dem Symposium soll das Thema mit all seinen verschiedenen Facetten beleuchtet werden. Neben den Fragen der akuten Leerstände und aktuellen Leerstandserhebungen, deren Methoden sowie den Erfahrungen mit dem Leerstandsmanagement sollen vor allem auch zukünftige Trends mit der Herausbildung von potentiellen Leerständen durch fehlende Nachfolgenutzer oder Überangeboten in Wohnungsteilmärkten diskutiert werden. Im Schwerpunkt sollen die Auswirkungen auf den Wohnungsbau behandelt werden; zugleich aber auch öffentliche Bauten und Läden in der Ortsmitte einbezogen werden,
Die Leerstände können und sollten nicht nur als quantitatives Problem erfasst werden, sondern aktuelle und zukünftige Leerstände müssen qualifiziert beobachtet und entsprechende passgenaue Strategien entwickelt werden.

In der Tagung soll eine breit angelegte Sichtweise aus Forschungserkenntnissen, Praxiserfahrungen und „guten Beispielen“ zu dem Themenfeld aufgezeigt werden.  Neue Handlungsfelder, kreative Ideen für temporäre Nutzungen, architektonisch anspruchvolle Lösungen für Umnutzungen, intelligente neue Verfahren des Leerstandsmanagements, kooperative Planungsmodelle und vieles mehr sollen dargestellt werden.

Wir möchten mit der Tagung die Leerstandsproblematik in der Region offenkundig machen, damit eine neue Kultur des Hinsehens aufzeigen und zugleich Handlungsansätze mit der regionalen und überregionalen Öffentlichkeit diskutieren.
Zudem möchten wir die wissenschaftliche Seite zu Wort kommen lassen und gemeinsam notwendige neue Forschungsfelder thematisieren.

Die Südwestfalen Agentur möchte zur Förderung innovativer Projektansätze im DenkRaum „Zukunft Dorf“ hervorragende neue Projektideen suchen und den Wissen- und Erfahrungsaustausch in der Region unterstützen. Mit dem Symposium in Kooperation mit der Universität Siegen soll das 2011 im Focus der Denkraumaktivitäten stehende Thema der Leerstände in den Dörfern eröffnet und eine thematische Austauschplattform gegeben werden.

Das Symposium richtet sich an Architekten, Stadtplaner, Fachwissenschaftler, Mitglieder der Kommunal- und Kreisverwaltungen, politische Vertreter, Wohnungswirtschaft, Banken, Sparkassen etc. - aber auch an interessierte, aktive Bürger aus den Dörfern.

Programm
9.00 bis 10.30 Uhr
Begrüßung: Rektorat, Dekan, Südwestfalen Agentur

9.15 bis 10.00 Uhr
Einführung
Leerstände im Dorf – die vielen Facetten des Themas
Prof. Dr.-Ing. Hilde Schröteler-von Brandt
Universität Siegen

10.00 bis 10.30 Uhr
Leerstandsoffensive der Regionale Südwestfalen 2013 - Probleme_Ziele_Projekte
Dr. Stephanie Arens und Dipl.-Ing. Daniel Fühner
Südwestfalen Agentur

10.30 bis 11.00 Uhr
Kaffeepause

11.00 bis 11.30/ 11.45 Uhr
Leerstände in Südwestfalen - Beobachtungen aus der Bevölkerungs- und Wohnungsmarktentwicklung
Matthias Günther (Dipl.-Ök.)
Eduard Pestel - Institut, Hannover

11.45 bis 13.00 Uhr
LandLuft – ein baukultureller Beitrag aus Österreich  
Roland Gruber
Vorsitzender des Vereins LandLuft
Wien

„Vorübergehend geöffnet“ – Designlabor Bremen
Prof. Ulrich Exner
Universität Siegen

13.00 bis 14.00
Mittagspause

14.00 bis 16.30 Uhr
Arbeitsgruppen

Arbeitsgruppe 1: Planerischer Umgang mit dem Thema Leerstand – Handlungsstrategien für Kommunen

Umnutzung oder Abriss von landwirtschaftlichen Gebäuden
Dr. Frank Bröckling
planinvent - Büro für räumliche Planung, Münster

Kommunale Strategien zum Umgang mit Leerstand
Armin König
Bürgermeister Illingen - Saarland

Junge Menschen kaufen alte Häuser
Andreas Homburg
Amtsleiter Gemeinde Hiddenhausen

„Dörfer im Aufwind“
Verena Traumann
Regionalmanagerin, LEADER Region Hochsauerland
Medebach

Arbeitsgruppe 2: Kreativer und architektonischer Umgang mit dem Thema Leerstand
Umnutzungen, Nachnutzungen, Neunutzungen – Ein baukultureller Beitrag
Dipl.-Ing. Darius Djahanschah
Bauassessor LWL-Amt für Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Münster

Zwischennutzungen in Ostdeutschland
Dipl.-Ing. Kai Dolata, urbikon.com

Projekte der Zwischennutzungsagentur Wuppertal
Thomas Weyland
Org. Beratung Schulten und Weyland
Wuppertal

Forum 3: Handlungsstrategien bei Leerständen im privaten Wohnungsbau

Qualifizierungsstrategien für die nachhaltige Nutzung von Einfamilienhausbeständen der 50er bis 70er Jahre
Dipl.-Ing. Andrea Berndgen-Kaiser
ILS – Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung GmbH
Aachen

Erfahrungsbericht Projekt Obernheim
im Rahmen des Programms MELAP in Baden-Württemberg
Dipl.-Ing. Architekt Friedrich Rau
Albstadt

Leerstände im Dorf aus der Sicht der Immobilienwirtschaft: ein Praxisbericht
Hans Sting
Immobilienwirt und Diplom-Sachverständiger
Sparkasse Siegen

16.30 bis 17.00 Uhr
Fazit der Arbeitsgruppen und Ausblick

 

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